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P.I. Tschaikowsky
SCHWANENSEE
Ballett in vier Akten

Libretto: V. P. Begitschew, W. Geltzer
Choreographie: M. Petipa, L. Iwanow, A. Gorsky
Bühnenbild: I. Nejini
Kostüme: T. Tulubewa

Uraufführung 1877 im St. Petersburger Marientheater
Uraufführung des Russischen Staatsballetts am 17. April 1991 im Moskauer Kremlpalast

 

Kurzvideo (3 Min.)
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FASZINATION SCHWANENSEE

Die legendäre Primaballerina Galina Ulanowa bezeichnete Schwanensee schlicht als „das schönste Ballett, das man sich vorstellen kann“. George Balanchine, zu Schwanensee befragt, scherzte augenzwinkernd zu Peter Martins, dem Direktor des New York City Balletts: „Man sollte alle Ballette Schwanensee nennen. Das Publikum würde kommen“.
Allgemein heißt es, ohne Schwanensee zu kennen, könne man Ballett überhaupt nicht verstehen. Es gab und es wird immer unzählige Versuche geben, den Zauber von Schwanensee zu erklären, eine erschöpfende Erklärung wird man wohl nie finden.
Die Uraufführung im Jahr 1877 im Moskauer Bolschoi Theater mutierte für Tschaikowsky, der die geniale Musik des Schwanensees schuf, zur größten Enttäuschung seiner Karriere. Der erste Schwanensee Choreograph Julius Wenzel Reisinger fand keinerlei Zugang zur Musik und behauptete, Tschaikowskys Werk sei schlichtweg nicht in Tanz umzusetzen. Die Schwäche seiner Choreographie nutzten die Tänzer um sich selbst mit
eigenständigen Glanznummer-Einlagen und Kunststückchen aus anderen Balletten in Szene zu setzen. Über das künstlerische Schaffen Reisingers ist kaum noch etwas bekannt, doch für immer wird sein Name in der Ballettwelt mit seiner katastrophalen Schwanensee-Choreographie verbunden sein. Das Werk geriet in Vergessenheit und erst 1894, ein Jahr nach Tschaikowskys Tod, wurde durch Marius Petipa (1. und 3. Akt) und Lew Iwanow (2. und 4. Akt) zu Tschaikowskys Komposition endlich auch eine ebenbürtige Choreographie erschaffen, die sich bis heute behauptet. Den beiden genialen Choreographen Marius Petipa und Lew Iwanow ist es letztlich zu verdanken, dass der Schwanensee unbestritten das beliebteste Handlungsballett aller Zeiten wurde.
Gordejews Inszenierung hält sich bis in die Details so genau wie möglich an diese ursprüngliche Version. Seine opulente Inszenierung ist geprägt durch das Können, die Professionalität und Leidenschaft seiner enthusiastischen Tänzerinnen und Tänzer.
Tschaikowskys Werk erlaubte zwei Interpretationen, so existiert auch eine Musik für einen dramatischen Schluss des Schwanensees.
Wjatscheslaw Gordejew: „Da es ein phantastisches Märchen ist, bin ich überzeugt, dass es ein glückliches Ende geben muss, in dem die Liebe über das Böse triumphiert“. Gordejew erschuf mit „seinem“ Schwanensee einen Ballettabend der Extraklasse – mit einem „Happy End“ am Schwanensee.

 



 
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